„Bist du noch zu retten?“ – ein Buch über Pflanzenkrankheiten und schädliche Insekten

Liebe Gartenenthusiasten,

wenn es im Garten grünt und blüht, ganz gleich ob bei Zier- oder Nutzpflanzen, ist das ja allgemein ein Grund zur Freude. Leider nehmen in dieser Zeit aber auch die Ärgernisse zu, die sich wegen schädlicher Insekten oder Pflanzenkrankheiten einstellen. Glücklicherweise hat die Biologin Bärbel Oftring, die schon viele Gartenbücher geschrieben hat, in diesem Frühjahr beim Kosmos Verlag das Buch „Bist du noch zu retten“ herausgegeben, ein Ratgeber bei Pflanzenkrankheiten und dem Befall mit schädlichen Insekten. Zahlreiche Fotos helfen, die Pflanzenprobleme einzuordnen und eine Reihe von Symbolen tragen zum Verständnis des Textes bei.

Was ist schädlich, was ist nützlich?

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Sehr gut hat mir gefallen, dass die Autorin bei den Lebewesen im Garten differenziert. Nicht alles, was sich in unseren Gärten bewegt, ist schädlich und nur geschwächte Pflanzen werden meistens von Schädlingen oder Krankheiten befallen, also heißt es zunächst, etwas für die Pflanzengesundheit zu tun. Die Autorin meint, dass alle Lebewesen Sinn und Platz in der Natur haben und erst das menschliche Tun die Natur aus dem Gleichgewicht gebracht hat. Nur noch 20% des Bestandes an Insekten, die es vor 50 Jahren gab, sind heute anzutreffen. Daher empfiehlt sie für den eigenen Garten „Zurück zur Natur“. Der richtige Standort, gesunder Boden, Mischkulturen, angemessenens Gießen, heimische Tiere fördern, all das sei der richtige Weg, gesunde Pflanzen anzuziehen. Auch einen naturgemäßen Pflanzenschutz empfiehlt die Autorin im ersten Kapitel mit vielen Anregungen.

Die Pflanze ist befallen – was tun?

Doch hat die Pflanze einmal Schaden genommen, gilt es etwas dagegen zu tun. Bärbel Oftring unterteilt das Schadbild in drei Kapitel: Pflanze ist welk oder vergilbt; Pflanzenteile haben Flecken, Löcher oder andere Spuren; Auf der Pflanze sind Tiere zu sehen.

Jeweils auf einer Doppelseite links ist das Schadbild zu sehen, das hilft, die Ursache für den Pflanzenschaden einzuordnen, auf der rechten Seite gibt es dann ausführliche Beschreibungen und Tipps. Da gibt es Mangelerscheinungen an bestimmten Nährstoffen, aber auch Schaden durch Überdüngung. Wann hat der Frost oder die Sonne zugeschlagen und wann sorgte Staunässe für kranke Pflanzen?

Es muss nicht immer die chemische Keule sein, beim Blütenstecher helfen Wellpappen-Ringe und der ungeliebten Rhododendronzikade kann man sowieso nur mit dem Entfernen der befallenen Pflanzenteile und dem Entsorgen im Hausmüll beikommen. Es gibt auch Krankheiten wie den Feuerbrand, der sogar dem zuständigen Pflanzenschutzamt gemeldet werden muss.

Im Kapitel „Flecken und Löcher“ geht es z.B. um den echten und falschen Mehltau oder den Apfelschorf. Der Kräuselkrankheit an Pfirsichen etwa kann man durch Auslichten und der Wahl widerstandsfähiger Sorten beikommen. Gefürchtet ist der Borkenkäfer im Forst und in Kübeln treibt der Dickmaulrüssler gern sein Unwesen. Ungeliebt sind die Nachtschnecken, aber Gehäuseschnecken richten keinen Schaden an und sollten im Garten bleiben, so die Autorin.

Ja, und wer hat sich nicht schon über Blattläuse oder andere Arten dieser Schädlinge geärgert, hier spielen natürliche Feinde wie Vögel oder Marienkäfer eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung. Zum Glück gibt es auch die Florfliege, die man bewußt im Garten ansiedeln kann und deren Larven jede Menge Blattläuse verzehren. Auch der gefürchtete Buchsbaumzünsler wird im Kapitel „Tiere auf Pflanzen“  besprochen.

Dieses Buch erachte ich als sehr hilfreich für die Arbeit im Garten, und dass die Autorin meint, fast jede Pflanze könne erhalten werden, finde ich tröstlich.

Als letztes Kapitel gibt es im Buch noch einen Serviceteil mit nützlichen Adressen zu Informationsstellen sowie biologischem Pflanzenschutz und Nützlingen.

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Gisela Tanner

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2 Antworten auf „Bist du noch zu retten?“ – ein Buch über Pflanzenkrankheiten und schädliche Insekten

  1. Liebe Gisela, dieses Buch ist bestimmt total interessant. Der Dickmaulrüssler ist eine wahre Plage. Ich sammle ihn nun täglich ab. Mal sehen, ob das hilft.

    LG Kathrin

    • Gisela Tanner sagt:

      Liebe Kathrin,
      dann wünsche ich viel Erfolg bei der Bekämpfung des Dickmaulrüsslers, wir haben z.Z. hauptsächlich mit der großen Trockenheit zu tun.

      LG Gisela

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