Die „Kleinen“ von Schöffling – Mein Sommer in einem Garten – Rezension



Ich mag sie, die kleinen Bücher vom Verlag Schöffling & Co. Sie lassen sich schnell in die Tasche stecken  – zum Lesen unterwegs und  im Urlaub, sind aber auch ein nettes Mitbringsel für einen Gartenfreund. Zu den Neuerscheinungen 2014 gehört der Klassiker von Charles Dudley Warner  „Mein Sommer in einem Garten“. Das Buch des amerikanischen Juristen, Schriftstellers und  Journalisten ist bereits 1870 erschienen, liest sich aber auch jetzt noch mit viel Vergnügen. Buch Mein Sommer in einem Garten: Erfahrungen eines Hobbygärtners im Handel oder bei Amazon ansehen oder bestellen.


Die Faszination, die ein Stück Gartenland auf seinen Besitzer ausübt, ist damals wie heute ungebrochen – ganz gleich ob man seine Besitztümer selbst bearbeitet oder nur zuschaut, meint Warner. Schon im Vorwort drückt der Autor die Wertschätzung  gegenüber einem eigenen Stück Land aus, es muss nicht groß sein. Eine schöne Rasenfläche und die Lust, Obst und Gemüse selbst anzubauen, Warner – der übrigens Nachbar von Mark Twain war – ist begeistert.

Der Weg sei das Ziel, Gartenarbeit fördere die Gesundheit und die Moral. Gartenarbeit sei die Schule des Lebens.  In diesem Sinne beschreibt er sein Gartenjahr. Er lässt uns teilhaben an neunzehn Wochen seiner Gartenarbeitszeit – immer  bemüht, seine Wünsche auch zu verwirklichen. Akribisch geht er in seinem Garten vor, freut sich über Erfolge und ärgert sich über hartnäckiges Unkraut.

Besonders aufwühlend ist es für den Gärtner im Frühjahr: Was soll man aussäen und wann ist denn nun der richtige Zeitpunkt der Aussaat, wenn man sie nicht durch Bödenfröste zerstören lassen will? Warner ist hin und her gerissen. Schnell merkt er, dass man sich nicht von Nachbarn und Freunden hinsichtlich der Pflanzenwahl beeinflussen lassen sollte. Die Natur weiß, was sie will! Der Autor spielte sogar mit der Idee, die Wissenschaft der vergleichenden Pflanzenmorallehre einzuführen. Selbst Präsident Grant kam in den Garten des Autors und fachsimpelte mit ihm.

In Warners Aufzeichnungen wird sich wohl so mancher Hobbygärtner heute noch wiedererkennen, die Freude über eine gewonnene „Unkrautschlacht“ oder über plötzlich einsetzenden Regen, der den Garten auf wundersame Weise verändert. Seine Ansicht über die Rolle der Frauen, von denen man sich nicht in die Gartenarbeit hinreden lassen solle, lässt uns heute schmunzeln.

Gisela Tanner

Und wer an den kleinen Gartenbändchen gefallen gefunden hat, es gibt noch viel mehr:

 

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