Eine Reise durch Englands Gartenschätze in einem königlichen Buch


Ja, dieses Buch vom Callwey-Verlag ist wahrhaft königlich, denn kein Geringerer als SKH Prinz Charles hat das Vorwort geschrieben. Auf den britischen Inseln sind die Bewohner schon seit Jahrhunderten dem Gärtnern besonders zugetan, mit Liebe und Sorgfalt gestalten und pflegen sie ihre Gärten, vom kleinsten Vorgarten bis zum großen Park. Nicht nur aus dem europäischen Raum kommen Jahr für Jahr Besucher, um die schönen Parks und Gärten zu bestaunen. Auch die Tradition der „Offenen Gartenpforte“ hat in England ihren Ursprung. Berühmtheit erlangten Gartengestalterinnen wie Vita-Sackville-West, bekannt u.a. durch Sissinghorst Garden oder Beth Chatto mit ihren Schattengärten.Buch  im Buchhandel oder durch Anklicken bei Amazon ansehen oder bestellen


Nun kann man diese Gartenwelt sozusagen vom Sessel aus besuchen, ermöglicht durch das Buch „Eine Reise durch Englands Gartenschätze „. Alle vorgestellten Gärten – es sind 50 an der Zahl – haben eines gemeinsam, sie haben sich dem „National Gardens Scheme“ (NGS) angeschlossen, einer Bewegung, die 1927 gegründet wurde. Inzwischen sind 4000 Gärtnerinnen und Gärtner dabei, erfahren wir aus dem Buch. Sie öffnen ihre Gärten für die Öffentlicheit und sammeln gleichzeitig Spenden. Der Autor George Klumtre ist Geschäftsführer des NSG.

Wie bei den Callwey-Büchern gewohnt, ist dieses Werk ein „Hingucker“. Schon beim Durchblättern faszinieren die wunderbaren Fotos. Die Einführung vom englischen Gartendesigner und Journalisten Joe Swift und Betrachtungen zur Geschichte der Gartenbesuche und des „National Gardens Scheme“ sind auf gelbem Papier gedruckt. Die Gärten selbst werden in einen geschichtlichen Zusammenhang gestellt. Fünf Epochen werden dabei von unterschiedlichen Autoren betrachtet, etwa die „Ära des Jazz“, die „Vielfalt in Stadt und Land“ und „Gartenbesichtigungen im neuen Jahrtausend“. Ein Beispiel soll der Garten von York Gate in West Yorkshire sein. Wir erfahren etwas über die Besitzer, ihre Gartenvorlieben und die 12 Gartenzimmer. Fotos vom Kräutergarten mit Formschnittgehölzen in unterschiedlichen Grüntönen begeistern genauso wie die von einem Blumenbeet in warmen Farben. Ein Highligt sind auch die Fotos von Beth Chattos Garten mit Inselbeeten in berauschenden Farben.

Wir lernen bekannte Gärten genauso kennen wie verborgene Privatgärten und werden in die Geschichte der Offenen Gartenpforte eingeführt. Die Fotos fangen die vorgestellten Refugien in allen Stimmungen ein. Für dieses Buch sollte man sich viel Zeit nehmen, und wer weiß, vielleicht führt nach dieser Lektüre der nächste Uraub ja ins „Mutterland der Gartenkunst“?!

Gisela Tanner

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