Mythos Orchideen – ein Prachtband vom Callwey-Verlag

Orchideen – heutzutage ist es kein Problem, diese zauberhafte Pflanze in der Wohnung zu halten, sie ist relativ anspruchslos, verträgt unterschiedliche Standorte und in der Anschaffung ist sie relativ preisgünstig. Das war nicht immer so. Lang und aufwändig war der Weg von ihren ursprünglichen Standorten bis nach Europa und Nordamerika. Nicht jeder kennt die wechselvolle Geschichte dieser Pflanzen.

Über die Historie der Orchideen, ihre Artenvielfalt  und leidenschaftliche Orchideenjäger erfährt der Leser in einem Prachtband vom Callwey-Verlag, geschrieben von Catherine Vadon. Die Autorin arbeitet als Dozentin am Muséum d’Histoire naturelle de Paris, hat schon zahlreiche Bücher verfasst und hält im In- und Ausland Vorträge.  ( Buch  Mythos Orchideen: Von leidenschaftlichen Sammlern, fernen Ländern und besonderen Sorten im Handel oder durch Anklicken des Coverfotos bei Amazon ansehen oder bestellen.)

Die Orchidee gehört nicht nur zu den artenreichsten Gewächsen des Pflanzenreichs, sie wächst auch an den unterschiedlichsten Standorten. Ihre Vielfalt beeindruckt genauso wie die Fähigkeit, sich auch in der kleinsten Rinden-Ritze festzusetzen. Viele Mythen ranken sich um die Königin der Pflanzen. Begüterte Schichten in Japan z.B. zahlten im 18. und 19. Jahrhundert unermessliche Preise für eine Orchidee, sie überstiegen teilweise den Wert eines Hauses, so die Autorin. Der elfte Shogun von Japan zeigte seine Sammlung nur  Auserwählten. Sie mussten zum Betrachten der „Schätze“, die mit einem Netz aus Gold und Silber geschützt waren, sogar eine Papiermaske aufsetzen.

Diese und mehr spannende Geschichten erzählt Catherine Vadon in ihrem Buch, z.B. über die Arbeit der Orchideenjäger, die auf beschwerlichen Wegen die Pflanzen aufspürten und nach Europa brachten. Dort hatte die Sammelleidenschaft auch Kaufleute, Aristokraten, Kirchenvertreter und Wissenschaftler gepackt.

Bis in die Neuzeit üben die Orchideen eine uneingeschränkte Attraktivität aus. Wo sich die umfangreichsten Sammlungen befinden erfährt der Leser, aber auch Informationen zu wichtigen Webseiten für Sammler gibt die Autorin.  Ja, aber was wäre dieses Buch ohne die wunderbaren, oft ganzseitigen Abbildungen. Das ist schon beeindruckend, wenn einem ein 24,8 x 32 cm  großes Foto beim Umblättern entgegenspringt. Ein Bild der Geschichte vermitteln die zahlreichen historischen Bilder und Zeichnungen.

Dieses Buch ist nicht nur für Orchideenliebhaber empfehlenswert. Das Zusammenspiel von spannenden Geschichten mit wunderschönen Fotos macht es zu einem Juwel für jeden Pflanzenliebhaber.

Gisela Tanner

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