Über die Liebe zu alten Rosen – mit Tipps zum Sammeln und Vermehren – Eine Buchbesprechung

(Das Buch wurde mir vom blv-Verlag kostenlos zur Rezension zur Verfügung gestellt.)

Liebe Gartenenthusiasten,

ich kenne nur wenige Menschen, die sich nicht von Rosen verzaubern lassen. Ihre Düfte, ihre Farben und ihre Formen sind einfach atemberaubend. Eine außergewöhnliche  Rosenliebhaberin,  Marita Protte, hat jetzt ein Buch dazu herausgegeben, speziell über alte Rosen.

Über die Autorin

Die Biologin Marita Protte gründete bereits im Jahr 2001 den Trostberger Rosengarten auf Schloss Schedling um ihren vielen „Schätzen“, den alten Rosen -von ihr selbst gesammelt und vermehrt, ein Zuhause zu geben.  Jedes Jahr im Juni geht sie auf „Rosentour“, schaut in Höfen und Dörfern nach alten Rosensorten und lässt sich gern die dazugehörigen Geschichten erzählen.  So haben Frauen in früherer Zeit bei einer Heirat oft eine Rose aus dem Elternhaus mit in die Ehe und damit in den Hof des  Partners gebracht und so zur Verbreitung dieser bezaubernden Blume beigetragen. Die Autorin möchte diese historischen Sorten bewahren und für die Nachwelt erhalten. In diesem Sinne arbeitet sie mit Rosarien deutschland- und europaweit zusammen.

Ein Blick in die Geschichte und die Rosensammlungen

Zunächst führt uns die Autorin in die Historie der Rosen und damit zurück bis in die Steinzeit. Wann ist aus der Wildrose eine Gartenrose geworden und wie war es mit der Entwicklung des Gartenbaus, es sind viele Fragen, auf die der Leser eine Antwort findet. Schon die Griechen und Römer schätzten die Rosen sehr, sei es in Medizin und Kosmetik, als Gartenschmuck oder in der Küche. In Asien gab es ähnliche Entwicklungen. Ob in den Klostergärten im Mittelalter oder in der Renaissance, die Rose blieb im Focus der Menschen. Im 18. Jahrhundert begann man mit gezielten Züchtungen, Gärten waren inzwischen ein Prestigeobjekt. Die Autorin zeigt den spannenden Weg bis zur modernen Gartenrose auf.

Den Rosensammlungen – nicht nur in Deutschland – widmet Marita Protte ein eigenes Kapitel und geht dabei über eine Beschreibung hinaus, sie würdigt auch ihre Bedeutung für den Erhalt der Rosen.

Versuch einer Ordnung und Gedanken zum Rosen sammeln

Dieses Buch beeinhaltet ausführliche Textpassagen, verbunden mit anschaulichem Bildmaterial, das auch die spezifischen Merkmale erkennen lässt. Dazu gehört die Begründung der Schwierigkeiten bei der Ordnung der Rosen, aber auch eine detaillierte Beschreibung der Rosensorten und -arten. Wer kennt nicht die Alba -Rosen, die China-Rosen, die Moschusrosen oder die Bourbon-Rosen. Dazwischen hat die Autorin Geschichten ihrer Fundrosen eingestreut, alles sehr informativ und anregend.

Sehr hilfreich – Praxistipps zum Rosen sammeln und vermehren

Hat sich der Leser in den ersten Kapiteln in die Geschichte und die Ordnung der Rosen vertieft, geht es nun zum praktischen Teil mit vielen Tipps. Um alte Rosen zu sammeln, muss man sie zunächst erkennen, und das am besten im Juni. Welche Blütenform und -farbe ist typisch, wie sehen Laub und Wuchs aus? Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrungen kann die Autorin hilfreiche Tipps zu möglichen Fundorten geben, sogar in Neubauvierteln ist sie schon fündig geworden, aber natürlich gehören auch alte Gärtnereien, Kirchen oder Friedhöfe dazu. Selbstverständlich sollte dabei der Verhaltenskodex zum Sammeln eingehalten werden, Stecklinge oder Ausläufer nie unerlaubt abschneiden oder ausgraben!

So, nun hat man die Rose also gefunden, und was dann? Ausläufer oder Stecklinge heißen die Zauberwörter, wie man diese genau gewinnt, darauf geht die Autorin ausführlich ein. Vom Entdecken einer alten Rosen über das Ausläufer finden bis hin zum Ausgraben und Verpacken, das alles wird schrittweise und mit Fotos beschrieben, genauso wie die Vermehrung über Stecklinge, die man dann im Topf oder im Freiland anziehen kann.

Abenteuer und Vergnügen sei das Rosen sammeln für sie – mit Suchtcharakter, so Marita Protte. Diese Intention ist beim Lesen des Buches deutlich zu spüren. Im Anhang gibt’s noch ein paar Anschriften von Rosengärten, Organisationen, Rosengesellschaften und Internetadressen.

Foto zum Pinnen

Dieses Buch ist auch optisch so gestaltet, dass es ein Vergnügen ist, darin zu lesen.

Gisela Tanner

 

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